Tokio strebt Friedensvertrag mit Moskau an

Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe strebt mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs einen Friedensvertrag mit Russland an.

Es sei „nicht normal“, dass es zwischen Russland und Japan noch immer keinen Friedensvertrag gebe, sagte Abe heute bei seiner Neujahrspressekonferenz. Diese Ansicht werde vom russischen Präsidenten Wladimir Putin „geteilt“.

Konflikt um Pazifikinseln

Zwischen Russland und Japan schwelt seit dem Zweiten Weltkrieg der Konflikt um vier Kurilen-Inseln, die am Ende des Krieges von der Sowjetunion besetzt wurden.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow schloss Ende September bei einem Treffen mit seinem japanischen Kollegen Fumio Kishida einen Kompromiss aus und sagte, die Regierung in Tokio solle „die historischen Realitäten“ anerkennen.

„Die Angelegenheit der Nördlichen Territorien kann nicht ohne Austausch zwischen den politischen Führungspersönlichkeiten geregelt werden“, sagte Abe nun. „Ich werde meinen Dialog mit Präsident Putin fortsetzen, sobald es Möglichkeiten dafür gibt.“ Für einen möglichen Besuch Putins in Japan solle der „bestmögliche Zeitpunkt“ ausgewählt werden.