Katalonien vor Neuwahlen: Mas gibt nicht nach

Gut drei Monate nach der Wahl in Katalonien ist die Regierungsbildung in der wirtschaftsstärksten und politisch instabilsten Region Spaniens gescheitert. Der separatistische Ministerpräsident Artur Mas sagte heute in Barcelona, er wolle keinem anderen Kandidaten Platz machen. Die kleine linksradikale Partei CUP (Kandidatur für Volkseinheit) hatte Mas die Unterstützung verweigert und den Chef der Allianz Junts pel Si (Gemeinsam fürs Ja) aufgefordert, zugunsten eines anderen Kandidaten auf das Amt zu verzichten.

Nach den Aussagen von Mas scheinen Neuwahlen nun unumgänglich. „Ich will unseren Gegnern in Madrid und hier weiter die Stirn bieten“, sagte der Separatist im Vorfeld eines Parteitreffens vor Journalisten. Mas, der wie die CUP die Trennung Kataloniens von Spanien befürwortet, hatte mit seiner Allianz bei der Regionalwahl am 27. September zwar die meisten Sitze im Parlament gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Zum Weiterregieren ist der 59-Jährige daher auf die Unterstützung der Linksradikalen angewiesen.

Die antikapitalistische CUP ist für eine Abspaltung der Region, hatte ihren Anhängern im Wahlkampf allerdings versprochen, nicht für eine Wiederwahl von Mas zu stimmen. Die Frist zur Bildung einer Regierung läuft am Sonntag ab. Wenn bis dahin kein Ministerpräsident gewählt wird, werden Neuwahlen fällig. Diese könnten schon am 6. März stattfinden.