Fusionspläne auf Frankreichs Telekommarkt

In Frankreich gibt es den nächsten Anlauf zur Bildung eines neuen Telekomriesen. Marktführer Orange und sein Rivale Bouygues Telecom haben ihre Fusionsgespräche wiederbelebt, wie beide Unternehmen heute mitteilten. Einem Bericht zufolge könnte es um ein Volumen von zehn Milliarden Euro gehen.

Es gebe weder einen Zeitrahmen noch die Verpflichtung, die Verhandlungen zu einem bestimmten Ergebnis zu führen, erklärten die Firmen weiter. Sollten sich beide Unternehmen zusammentun, entstünde ein Konzern, der mehr als die Hälfte des Festnetz- und Handygeschäfts in Frankreich betreibt.

Zugleich würde sich die Zahl der französischen Telekomanbieter auf drei reduzieren. Beide Unternehmen machten zunächst keine Angaben zum möglichen Kaufpreis. Der Wochenzeitung „Le Journal du Dimanche“ zufolge könnte Orange zehn Milliarden Euro in bar und Aktien für Bouygues auf den Tisch legen.

Bouygues als Anteilseigner bei Orange

Nach Einschätzung von Insidern dürfte es in den Gesprächen vor allem um Arbeitsplätze, Investitionen in die Infrastruktur und insbesondere das Glasfasernetz sowie den möglicherweise aus kartellrechtlichen Gründen nötigen Verkauf von Firmenteilen gehen.

„Die Idee ist, dass Bouygues ein Anteilseigner bei Orange wird und in etwa das gleiche Gewicht erhält wie der Staat. Der Großteil der Transaktion wird in Aktien abgewickelt“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Regierung in Paris hatte zuletzt Offenheit für eine Konsolidierung signalisiert. Der französische Staat hält 25 Prozent der Aktien am ehemaligen Monopolisten Orange.