Zweitägiger Bahnstreik in Belgien geplant

In Belgien haben die Gewerkschaften im Streit über eine Reform der staatlichen Bahngesellschaft SNCB zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Von dem Ausstand dürften der Zugverkehr im gesamten Land und die meisten Hochgeschwindigkeitsverbindungen nach Deutschland, Frankreich und in die Niederlande betroffen sein.

SNCB: Weitreichende Störungen

Die SNCB erklärte, sie rechne mit weitreichenden Störungen. Auch wenn die Gewerkschaften in Flandern, dem niederländischen Sprachgebiet im Norden, anders als die in der französischsprachigen Wallonie nicht zum Streik aufgerufen hätten, werde sich die Arbeitsniederlegung landesweit auswirken.

Der Streik soll 48 Stunden und damit bis morgen dauern. Ein zweiter Streik, der für 21. bis 23. Jänner geplant war, wurde auf Februar verschoben. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der von Paris über Brüssel nach Amsterdam und Köln fährt, wird nach Unternehmensangaben nicht unterwegs sein. Morgen sind nur zwei Fahrten am Abend geplant. Der Eurostar von London unter dem Ärmelkanal nach Brüssel soll nur bis ins nordfranzösische Lille an der Grenze zu Belgien fahren.

Streit über Reform der SNCB

Die Gewerkschaften streiten mit der belgischen Regierung über die geplante Reform der SNCB. Dazu gehören eine Kürzung des Budgets um 20 Prozent innerhalb von fünf Jahren und die Forderung nach größerer Effektivität. Die Gewerkschaften befürchten eine Streichung von 6.000 der gegenwärtig 33.000 Stellen und den Verlust von durchschnittlich sechs Urlaubstagen im Jahr pro Beschäftigten. SNCB hat 13 zusätzliche freie Tage im Jahr angeboten und will im Gegenzug die wöchentliche Arbeitszeit von 36 auf 38 Stunden erhöhen.