UNO prüft neue Missbrauchsvorwürfe gegen Blauhelme

Nach neuerlichen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs gegen Blauhelmsoldaten in der Zentralafrikanischen Republik hat die UNO gestern weitere Ermittlungen angekündigt. Wie UNO-Sprecher Stephane Dujarric mitteilte, stammen die mutmaßlichen Täter aus drei Ländern. Ermittler des UNO-Kinderhilfswerks UNICEF hätten sie in Zentralafrikas Hauptstadt Bangui vernommen.

Bei den mutmaßlichen Opfern soll es sich um vier minderjährige Mädchen handeln. Der Sprecher nannte weder die Zahl der Beschuldigten noch ihre Herkunftsstaaten. An der Mission sind mehrere Dutzend Staaten beteiligt, Österreich ist nicht darunter. Im April waren Fälle von Kindesmissbrauch durch französische UNO-Soldaten bekanntgeworden. Unabhängige Ermittler hatten der UNO „großes Versagen“ bei der Aufklärung dieser Fälle vorgeworfen.

Das muslimische Rebellenbündnis Seleka hatte im März 2013 den damaligen Staatschef Francois Bozize gestürzt. Der Putsch zog das Land im Herzen Afrikas in eine Spirale der Gewalt zwischen muslimischen und christlichen Milizen. Nach der militärischen Intervention Frankreichs in seiner ehemaligen Kolonie Ende 2013 folgte im September 2014 der UNO-Blauhelmeinsatz in dem krisengeschüttelten Staat. Die UNO-Truppe für Zentralafrika (Minusca) umfasst derzeit mehr als 10.000 Soldaten.