Ai Weiwei zeigt erstmals Werke in Frankreich

Der chinesische Künstler und Dissident Ai Weiwei zeigt erstmals einige seiner Werke in Frankreich. Im Pariser Kaufhaus Bon Marche startet am 16. Jänner eine Ausstellung über das Thema Kindheit. Bis zum 20. Februar werden in dem Geschäft an der Seine riesige Strukturen, 3-D-Figuren und Drachen aus Bambus und Seidenpapier zu sehen sein, hieß es dazu gestern.

Ai sagte, in einem Kaufhaus auszustellen bedeute, „ein neues Medium“ zu nutzen und „einem neuen Publikum zu begegnen, das so groß ist wie in einem Museum, das aber im Prinzip nicht kommt, um Kunst zu sehen“. Die Ausstellung ermögliche es ihm, „unter anderen Bedingungen zu arbeiten als in einem Museum oder einer Galerie.“

In China über 80 Tage in Haft

Der berühmteste zeitgenössische Künstler Chinas war im Jahr 2011 wegen seines Einsatzes für Menschenrechte und Demokratie für insgesamt 81 Tage inhaftiert. Anschließend stand er unter Hausarrest, sein Pass wurde ihm entzogen. Im Juli vergangenen Jahres gaben ihm die chinesischen Behörden seinen Pass zurück und erlaubten ihm die Ausreise.

Ai reiste daraufhin nach Europa, unter anderem nach Berlin, wo er derzeit eine Gastprofessur an der Universität der Künste hat. Vergangene Woche kündigte er an, er wolle ein Mahnmal für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos errichten.