Abgasskandal: VW stößt in USA vorerst auf taube Ohren

Die US-Umweltbehörde EPA ist mit den Ansätzen des deutschen Volkswagen-Konzerns zur geplanten Umrüstung der vom Abgasskandal betroffenen Dieselfahrzeuge weiterhin nicht zufrieden.

Rückrufdiskussionen mit dem Unternehmen hätten „keinen akzeptablen Weg nach vorne ergeben“, erklärte die Behörde gestern. „Die EPA besteht weiterhin darauf, dass VW effektive, angemessene Lösungen so rasch wie möglich entwickelt.“

Astronomische Kosten drohen

Zuvor hatte sich der Chef der Marke Volkswagen, Herbert Diess, auf der Technologiemesse CES in Las Vegas zuversichtlich geäußert, bald eine akzeptable Lösung zu finden. Der Autobauer arbeite hart an einem überzeugenden Lösungspaket und führe mit den US-Behörden einen sehr konstruktiven Dialog. „Ich bin optimistisch, dass wir ihre Zustimmung in den kommenden Wochen und Monaten bekommen werden“, sagte Diess.

Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck der EPA zugegeben, Stickstoffwerte bei Diesel-Autos mit einer Software geschönt zu haben. Allein in den USA sind Hunderttausende Fahrzeuge betroffen. Auf den Wolfsburger Konzern kommen in den Vereinigten Staaten Milliarden an Rechtskosten wegen des Skandals zu. Das US-Justizministerium verklagte VW im Namen der EPA wegen Verstoßes gegen das Luftreinhaltegesetz und fordert Geldstrafen, die sich auf bis zu 48 Mrd. Dollar (44,67 Mrd. Euro) summieren. Außerdem wurden Hunderte Sammelklagen von privaten Autobesitzern eingebracht.