Themenüberblick

Sicherheit soll gewährleistet sein

Die EU will für den Einsatz von Drohnen strengere Regeln. Die zuständige EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc will heuer EU-weite Regeln für den Einsatz von Drohnen vorschlagen, sagte sie gegenüber der „Welt“. Es brauche „Regeln und Standards“, damit der Gebrauch von Drohnen in „geordnete Bahnen“ gelenkt werde.

„Die Sicherheit der Luft muss gewährleistet sein, die Privatsphäre der Menschen respektiert werden und die Lautstärke der Drohnen für alle erträglich sein“, so Bulc. Dazu werde es etwa Sicherheitszonen geben, die für nicht zugelassene Drohnen gesperrt seien. Das sei technisch etwa über „eine Art elektronischer Eintrittsperre“ machbar.

Registrierungspflicht für urbanen Einsatz

Außerdem müsse es eine Registrierungspflicht für Drohnen geben, die in urbanen Räumen genutzt würden. Das müsse besonders für Drohnen gelten, die für kommerzielle Zwecke eingesetzt würden, wie zum Beispiel von Versandhändlern geplant. Sie wolle keine Überregulierung, sagte Bulc, sondern nur so viele Regeln wie nötig.

Grundsätzlich sei das mögliche Einsatzfeld für Drohnen breit, so Bulc weiter, etwa im Logistikbereich, aber auch in der Landwirtschaft und bei der Überwachung von Grenzen. Der private Bereich soll laut Bulc von den neuen Regeln nur bedingt betroffen sein, sie ging dabei aber nicht ins Detail. Ob es auch einen europäischen Drohnenführerschein geben könnte, ließ sie offen.

Abstürzende Drohnen besonders gefährlich

Die EU-Kommission hatte im Dezember eine neue Luftfahrtstrategie vorgestellt und dabei auch neue Regeln für den Einsatz von Drohnen angekündigt. Letztere kann die Brüsseler Behörde selbst festlegen, die EU-Staaten und das Europaparlament haben ein Vetorecht. Derzeit sind Vorgaben für die zivile Nutzung von Drohnen, die weniger als 150 Kilogram wiegen, Sache der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten.

Rund um die Feiertage mehrten sich die Berichte, wonach gerade frisch ausgepackte Drohnen nicht nur massenhaft zu Schrott geflogen wurden, sondern auch real Menschenleben gefährdeten - und das nicht nur im privaten Bereich: So entging etwa kurz vor Weihnachten der Skistar Marcel Hirscher knapp einem Unglück, als eine Kameradrohne haarscharf hinter ihm auf dem Skihang zerschellte. Der Einsatz der Drohne war zwar genehmigt, der Pilot hielt sich aber nicht an den festgelegten Flugkorridor.

Zahlreiche Videos von Drohnenabstürzen

In den Sozialen Netzwerken gab es rund um die Feiertage zahlreiche Berichte über, nicht selten gleich beim Jungfernflug, abgestürzte Drohnen, oft auch gleich mit Videos direkt aus den an den Drohnen montierten Kameras. Je nach Größe und Einsatzart verfingen sich die kleineren Geräte etwa in den Haaren von im Raum Anwesenden, während sich in der freien Natur viele Geräte in meterhohen Bäumen verfingen oder ungebremst gegen Wände und den Erdboden knallten und dabei zerschellten. Dabei wurden nicht selten Hunderte Euro binnen weniger Minuten vernichtet.

Alleine in den USA wurden über die Feiertage über 180.000 neue Drohnen bei der zuständigen US-Behörde Federal Aviation Administration (FAA) registriert. Berichten zufolge sollen aber mindestens doppelt so viele Drohnen verkauft worden sein. Die FAA brachte anlässlich der in den USA im Dezember eingeführten Registrierungspflicht für Drohnen auch eine eigene App heraus, mit deren Hilfe Drohnenbesitzer die Regeln und Herausforderung eines Drohnenflugs besser kennenlernen sollen.

Links: