Protestdemos in Iran gegen Saudi-Arabien fallen aus

Die angekündigten landesweiten Demonstrationen im Iran gegen Saudi-Arabien wegen der Hinrichtung des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr sind heute ausgefallen. Das wurde als Zeichen interpretiert, dass die iranische Führung keine weitere Eskalation der Krise mit dem Königreich möchte. Die Kundgebungen sollten nach den Freitagsgebeten stattfinden.

In den Predigten wurde Saudi-Arabien jedoch heftig kritisiert. In Teheran stellte der Prediger Ajatollah Emami Kaschani die Saudis sogar auf eine Stufe mit den USA und Israel, den beiden Erzfeinden des Iran. „Die Verbrechen in der islamischen Welt werden von den USA und den Zionisten geplant und von den Saudis finanziert“, sagte er.

Daher werde der Fluch aller Muslime diese drei Regierungen treffen, sagte Kaschani, der auch Mitglied des einflussreichen Expertenrats ist. Die Menschenmenge in der Chomeini-Mosallah-Moschee erwiderte mit „Tod der saudischen Königsfamilie“.

Präsident Hassan Rouhani kritisiert die saudische Politik, signalisiert aber gleichzeitig Gesprächsbereitschaft. Nach Meinung von Beobachterin befürchtet Rouhani einen kalten Krieg zwischen der sunnitischen Welt und dem schiitischen Iran, nachdem Riad und andere sunnitisch regierte Staaten ihre diplomatischen Beziehungen zum schiitischen Iran abgebrochen haben.