Sorge um verschwundene Verlagsmitarbeiter in Hongkong

Die USA haben sich beunruhigt über das Verschwinden von fünf Mitarbeitern eines chinakritischen Verlags in Hongkong geäußert. „Wir sind beunruhigt über die Berichte zum Verschwinden von fünf Menschen, die mit dem Verlagshaus Mighty Current verbunden sind und teilen die Sorge der Menschen von Hongkong bezüglich dieses Verschwindens“, sagte US-Außenamtssprecher John Kirby gestern.

Buch über Ex-Geliebte des Präsidenten

„Wir verfolgen diesen Fall genau“, sagte Kirby weiter. Er verwies auf eine Erklärung von Hongkongs Verwaltungschef Leung Chung Ying, in der dieser „Sorge über die potenziellen Auswirkungen dieses Falls ausgedrückt hat“.

Es wird vermutet, dass die fünf Männer von chinesischen Sicherheitskräften verschleppt wurden. Hintergrund ist mutmaßlich ein von Mighty Current geplantes Buch über eine ehemalige Geliebte des chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

Vier der Verlagsangestellten kehrten von Reisen in den Süden Chinas und nach Thailand nicht zurück und gelten seit Oktober als vermisst. Der fünfte Mann, der 65-jährige Verleger Lee Bo, war vergangene Woche vermutlich direkt aus Hongkong verschwunden. Chinesische Sicherheitskräfte haben gemäß dem Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ - das der früheren britischen Kronkolonie bis zum Jahr 2047 einen Sonderstatus garantiert - aber nicht das Recht, in Hongkong zu agieren.