NATO: Afghanische Armee kaum einsatzbereit

Die NATO rechnet einem Bericht zufolge mit einer massiven Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan. Die mit internationalen Finanzhilfen in Milliardenhöhe aufgebaute afghanische Armee ANA ist nach Einschätzung des Militärbündnisses kaum einsatzbereit, berichtete „Der Spiegel“ mit Verweis auf einen NATO-Bericht heute.

In diesem werde demnach nur eine von insgesamt 101 afghanischen Infanterieeinheiten als „bereit für den Kampf“ eingestuft. „Massive Probleme“ würden auch bei 38 Einheiten verzeichnet, während zehn Bataillone mit je etwa 600 Soldaten gar nicht einsatzfähig seien.

Massiver Anstieg bei Verlusten

Besonders drastisch stellt laut „Spiegel“ zudem ein Bericht des NATO-Kommandanten John Campbell die Lage im umkämpften Süden des Landes dar. Bei dem in den Provinzen Kandahar und Zabul stationierten 205. ANA-Korps seien von 17 Bataillonen zwölf nur eingeschränkt einsatzbereit.

Hinzu kämen erhebliche Verluste der Truppe. Im Schnitt habe die afghanische Armee im vergangenen Jahr jeden Tag 22 Soldaten im Kampf verloren - eine Steigerung von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit der hohen Zahl an Deserteuren verliere die Armee jedes Jahr ein Drittel der Soldaten.