Separatist Puigdemont ist neuer Premier von Katalonien

Über drei Monate nach der Parlamentswahl in Katalonien hat die Region im Nordosten Spaniens einen neuen Regierungschef. Der separatistische Politiker Carles Puigdemont wurde gestern vom Regionalparlament mit 70 zu 63 Stimmen bei zwei Enthaltungen zum Ministerpräsidenten gewählt. Der bisherige Bürgermeister von Girona kündigte an, die Abspaltung Kataloniens von Spanien einzuleiten.

Katalonischer Regierungschef Carles Puigdemont

AP/Manu Fernandez

Der bisher amtierende Regierungschef Artur Mas hatte zuvor auf eine erneute Kandidatur verzichtet und damit den Weg zu einem Bündnis zwischen dem Separatistenbündnis Junts pel Si (Gemeinsam fürs Ja) und der linksradikalen Partei CUP frei gemacht. Die Wahl von Puigdemont wurde laut Medienberichten von den Rufen „Visca Catalunya lliure“ („Es lebe ein freies Katalonien“) begleitet.

Mas hatte den Rückzug in letzter Minute angetreten, nachdem die CUP ihm die Gefolgschaft verweigerte. Wäre er nicht abgetreten, dann hätte in Katalonien vermutlich neu gewählt werden müssen. Die Frist für die Wahl lief bis gestern um Mitternacht.