US-Außenministerium: Kein antiislamischer Wahlkampf

Das US-Außenministerium hat vor antiislamischen Äußerungen im US-Wahlkampf gewarnt, da diese Islamistengruppen in die Hände spielen würden. Außenminister John Kerry habe deutlich gemacht, dass es „bei der Einreise von Migranten oder Flüchtlingen keinen religiösen Test in den USA gibt und niemals geben sollte“.

Das sagte Außenamtssprecher John Kirby gestern unter Anspielung auf Forderungen des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump nach einem Einreiseverbot für Muslime. Ohne Trump beim Namen zu nennen, warnte Kirby, „gegenteilige Kommentare können von Extremisten als Bestätigung für die Richtigkeit ihrer Haltung gesehen werden, dass sich Leute ihrer Gruppe anschließen sollten“.

Extremistengruppe zitiert Trump

Dass die Äußerungen eines Kandidaten in einem Rekrutierungsvideo einer Extremistengruppe verwendet worden seien, belege seinen Standpunkt. Die somalische Al-Schabab-Miliz hatte in einem Internetvideo Trumps Äußerung zitiert und die Muslime im Westen gedrängt, sich ihrem Kampf anzuschließen.

Der Immobilienmogul Trump führt seit Monaten das Feld der Bewerber für die Kandidatur der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl 2017 an. Der Milliardär macht regelmäßig Schlagzeilen mit Angriffen auf Muslime, Mexikaner und andere Ausländer. Seine Forderung nach einem generellen Einreiseverbot für Muslime wurde im Dezember auch von Politikern der eigenen Partei scharf kritisiert, doch wiederholte Trump es seitdem immer wieder.