Diskussion über Kippa-Verzicht in Marseille

Nach dem jüngsten Messerangriff auf einen jüdischen Lehrer in Marseille sind Vertreter von Juden in Frankreich uneinig über das Tragen der Kippa in der Öffentlichkeit. Am Montag war ein Lehrer mit dieser Kopfbedeckung für gläubige jüdische Männer mit einem Messer attackiert und leicht verletzt worden.

Jüdische Gemeinde rät vom Tragen ab

Die jüdische Gemeinde der südfranzösischen Stadt riet von der Kippa ab. Mit Blick auf den Ernst der Ereignisse müssten außergewöhnliche Entscheidungen getroffen werden, sagte der Präsident der israelitischen Konsistoriums der Stadt, Zvi Ammar, der französischen Nachrichtenagentur AFP. Die Kippa solle bis zu „besseren Zeiten“ nicht getragen werden.

Oberrabbiner widerspricht

Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia sieht darin eine verständliche emotionale Reaktion, widersprach aber gleichzeitig: „Wir dürfen nicht klein beigeben, wir werden auch weiterhin die Kippa tragen.“ Der Präsident der jüdischen Spitzenverbandes Crif, Roger Cukierman, sagte, die Empfehlung von Marseille sei „sicher keine gute Idee“. Damit werde eine Haltung von Aufgabe und Verzicht transportiert.