Keine Lösung bei Treffen zwischen VW und US-Behörde

Ein Spitzentreffen zwischen Volkswagen-Chef Matthias Müller und der Leiterin der US-Umweltbehörde (EPA), Gina McCarthy, hat gestern zu keinem Ergebnis geführt. Es sei keine Einigung erzielt worden, wie die fast 600.000 von der Abgasaffäre betroffenen Dieselmotoren repariert werden können, teilte die Behörde EPA im Anschluss mit.

Woran es hakte, blieb offen. Weder die Behörde noch VW nannten Details. „Wir werden weiter an einer Lösung arbeiten“, sagte McCarthy. VW erklärte, man wisse es zu schätzen, dass sich McCarthy Zeit für das Treffen mit Müller und VW-Markenchef Herbert Diess genommen habe. Volkswagen werde weiterhin mit den Behörden zusammenarbeiten.

Rückrufpläne abgeschmettert

VW bemüht sich um die Zustimmung der EPA und des kalifornischen Umweltamts (CARB) zu einem Rückrufplan für manipulierte Dieselfahrzeuge. Die beiden wichtigsten US-Umweltbehörden hatten bereits gestern ein Ende vergangenen Jahres eingereichtes Konzept für die von dem Skandal betroffenen Autos mit Zwei-Liter-Dieselmotoren zurückgewiesen.

VWs Vorschläge „sind unvollständig, im Wesentlichen mangelhaft und reichen bei Weitem für die Erfüllung der rechtlichen Anforderungen nicht aus“, erklärte die CARB am Dienstag. Unglückliche Äußerungen Müllers in einem Radiointerview auf der Detroiter Automesse ließen nach Ansicht von Analysten die Chancen auf eine rasche gütliche Einigung weiter schwinden.

Der VW-Chef hatte dem Radiosender NPR gesagt, VW habe die Behörden nicht angelogen, sondern nur deren Fragen zunächst nicht verstanden. In einer Wiederholung des Interviews am Folgetag relativierte die Äußerung und sagte: „Wir akzeptieren den Verstoß (gegen das Gesetz) vollkommen.“

Mögliches Spitzentreffen im Jänner

Das Präsidium des VW-Aufsichtsrats hat noch für Jänner einem Insider zufolge eine Sitzung zum Stand der Aufarbeitung des Abgasskandals geplant. Bei dem Treffen wollten die Aufsichtsräte als Nachbereitung der Reise von VW-Chef Müller in die USA über den aktuellen Stand der Rückrufaktionen informiert werden.

Auch über die Höhe der Kosten für Rückrufaktionen, Kundenentschädigungen und Rechtsstreitigkeiten solle der Vorstand Auskunft geben, sagte eine Person aus dem Umkreis des Aufsichtsrats der Nachrichtenagentur Reuters.