Khol startet mit „Nächstenliebe“ in Hofburg-Wahlkampf

Mit markigen Sprüchen hat ÖVP-Präsidentschaftskandidat Andreas Khol gestern seinen Auftritt bei der Klubklausur in Bad Leonfelden bestritten. „Ich bin ein Freund der Nächstenliebe, die Nächstenliebe kann aber nicht nur eine Fernstenliebe sein. Charity begins at home - wir müssen zuerst auf unsere Leut’ schauen“, sagte Khol unter dem Applaus der Abgeordneten.

Khols kurze Ansprache begann mit Verspätung. „Ich komme aus Innsbruck - eine halbe Stunde an der Grenze gewartet, weil die Deutschen kontrollieren an der Grenze“, so Khol.

Überbrückt hatte die Wartezeit Parteichef Reinhold Mitterlehner mit einer Lobrede auf den Kandidaten. „In unsicheren Zeiten brauchen wir sichere Amtsinhaber“, befand der Parteichef. Während andere bei den Themen Flüchtlinge und Verfassung „herumgewackelt“ hätten, habe Khol hier eine „klare Linie“.

„Können nicht alles Leid dieser Welt lindern“

Khol widmete denn auch einen Gutteil seiner Ansprache der Flüchtlingspolitik. „Jeder Mensch, der mit Kindern am Arm oder mit allem, was er hat im Rucksack, an der Grenze steht, ist jemand, der mir leidtut. Wir können aber nicht alles Leid dieser Welt lindern“, so der frühere Nationalratspräsident.

Man werde „den Österreichern die Sicherheit geben, dass ihr Leben intakt, in Ordnung weitergeht“. Wäre er Bundespräsident, würde er alle Verantwortlichen hinter die Tapetentüre bitten, bis diese Aufgabe gelöst wäre, so der ÖVP-Kandidat.

„Wir gewinnen“

Den ÖVP-Abgeordneten versicherte Khol, dem Wahlkampf gesundheitlich gewachsen zu sein, denn wenn ein 27-Jähriger einen hervorragenden Außenminister machen könne, dann könne er auch mit 74 Bundespräsident sein. „Ich möchte die Hofburg zu einem Zentrum der Bürgergesellschaft machen. Helft’s mir dabei, Glück auf - wir gewinnen“, sagte Khol.

Mit dem Begriff „Nächstenliebe“ in den Wahlkampf gezogen war zuletzt die FPÖ: Sie plakatierte Parteichef Heinz-Christian Strache 2013 mit dem Slogan „Liebe deine Nächsten - für mich sind das unsere Österreicher“ und zog sich damit harte Kritik der Kirche zu.