Russische Behörden bestreiten Bücherverbrennungen

Nach Kritik des russischen Kulturministeriums bestreiten Behörden in der Teilrepublik Komi, dass an einer Schule Bücher verbrannt worden sind. Die regionale Nachrichtenseite 7x7 hatte berichtet, eine Berufsschule habe Bücherspenden von der US-amerikanischen Soros-Stiftung verbrannt.

Das Portal veröffentlichte auch ein angebliches Schreiben der regionalen Bildungsministerin. Darin heißt es, die gestiftete Literatur sei „durch Verbrennung vernichtet" worden. Ministerin Swetlana Moisejewa-Archipowa sagte dem Fernsehsender Doschd heute: "Dieses Dokument mit solch einem Text habe ich nicht unterschrieben.“

Nur aus Regalen entfernt?

Die Bibliothekarin der betroffenen Schule sagte, die Bücher seien bisher nur aus den Regalen entfernt worden, bis weitere Anweisungen folgten. Am Vortag hatte sie gesagt, an der Schule habe es nicht nur eine Verbrennung gegeben, sondern das sei die übliche Prozedur.

Der russische Kulturminister Wladimir Medinski hatte gesagt, Bücherverbrennungen lösten „schlechte historische Assoziationen“ aus. Im November 2015 hatte die russische Generalstaatsanwaltschaft alle zu Soros gehörenden Organisationen für unerwünscht erklärt. Mit der Stiftung Open Society hatte der US-Milliardär George Soros seit den 1990er Jahren Demokratie und Bildung in Osteuropa gefördert.