Angriff auf Hotel in Burkina Faso - 20 Tote

Bei einem Anschlag auf ein bei Ausländern beliebtes Hotel und ein benachbartes Restaurant in Burkina Faso sind in der Nacht rund 20 Menschen getötet worden. Etwa 15 weitere hätten Schusswunden erlitten, so der Direktor des größten Krankenhauses der Hauptstadt Ouagadougou. Zuvor hatte bereits der Außenminister des Landes, Alpha Barry, von Toten gesprochen ohne genaue Zahlen zu nennen.

Die Angreifer - laut Augenzeugen mindestens drei Männer mit Turbanen - hatten das fünfstöckige „Splendid“-Hotel im Geschäftsviertel gegen 19.45 Uhr Lokalzeit gestürmt und dabei auch das Feuer auf Gäste eines danebenliegenden Restaurants eröffnet. Sie schossen um sich und setzten Autos in Brand. Danach verschanzten sie sich mit Geiseln im Gebäude. Wieviele Gäste und Angestellte sich in dem Gebäude mit 147 Zimmer aufhielten, war nicht bekannt.

Nach rund einstündiger Ruhe kam es Augenzeugen zufolge wieder zu Schusswechseln. Dabei soll ein Zivilist getötet worden sein. Sanitäter brachten vor dem Hotel Verletzte in Sicherheit. Journalisten berichteten zudem von einem Feuer in der Eingangshalle, auch Schreie seien zu hören gewesen.

Einsatzkräfte hätten rund um den Anschlagsort eine Sperrzone errichtet und würden sich auf die Erstürmung des Gebäudes vorbereiten, sagte Außenminister Barry. Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass französische Spezialkräfte zur Hilfe gerufen würden, die in dem westafrikanischen Land stationiert sind. Aus Kreisen des US-Verteidigungsministerium hieß es, Frankreich habe um geheimdienstliche Unterstützung gebeten. Zumindest ein US-Soldaten, leiste „den französischen Kräften im Hotel Unterstützung“.

Der Direktor der Universitätsklinik in Ouagadougou, Robert Sangare, sagte, eine verwundete Europäerin habe ihm erzählt, es schiene, als ob es die Angreifer bewusst auf Menschen mit weißer Hautfarbe abgesehen hätten. Das „Splendid“ ist bei Ausländern, UN-Mitarbeitern sowie Soldaten der französischen „Barkhane“-Mission zur Bekämpfung radikaler Islamisten in der Region beliebt.

Zu dem Anschlag hatte sich laut der auf Terrorgruppen spezialisierten Internetseite „SITE“ die Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) bekannt. Der französischen Botschaft zufolge wurde eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Sie rief ihre Landsleute in der Stadt auf, zu Hause zu bleiben.

Bisher ist die frühere französische Kolonie Burkina Faso weitgehend von Anschlägen islamistischer Gruppen verschont worden, die in anderen Ländern der Region immer wieder Gewalttaten verüben. So hatte sich die Al-Kaida im Islamischen Maghreb mit anderen Gruppen zu einem Angriff auf ein Hotel im benachbarten Mali bekannt, bei dem im November in der Hauptstadt Bamako 20 Menschen getötet wurden.