Wachstum in China bei 6,9 Prozent

Das Wachstum in China ist im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 25 Jahren gefallen. Das berichtete das Statistikamt heute in Peking. Im vierten Quartal sei die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt sogar nur mit 6,8 Prozent gewachsen.

Die Entwicklung im vergangenen Jahr lag damit am unteren Ende der Vorgabe der Regierung in Peking von „rund 7 Prozent“. Im Vorjahr war die Wirtschaft noch um 7,3 Prozent gewachsen.

„Neue Normalität“

Trotz des geringeren Wachstums und der Turbulenzen an Chinas Aktienmärkten hält Chinas Staats- und Parteichef die langfristigen Grundlagen der chinesischen Wirtschaft für tragfähig. In der „neuen Normalität“ mäßige sich das Wachstum, so dass die Wirtschaft strukturell angepasst und die Triebkräfte verlagert werden müssten, sagte Xi Jinping vor der Bekanntgabe der neuen Zahlen. Die Wirtschaft müsse sich stärker auf heimischen Konsum, den Dienstleistungssektor und Innovation stützen, so der Präsident. Kurzfristig müsse das Wachstum „stabilisiert“ werden.

Angesichts der wachsenden Schuldenlast, einer Immobilienblase und Überkapazitäten erwarten Experten in diesem Jahr aber einen weiteren Rückgang des Wachstums. Viele ziehen auch die offiziellen Zahlen in Zweifel und gehen von lediglich 4 bis 6 Prozent Wachstum aus. Die schlechten Aussichten für China, das in den vergangenen Jahren zu rund einem Drittel zum globalen Wachstum beigetragen hat, haben in den vergangenen Wochen zu heftigen Turbulenzen an den internationalen Aktienmärkten geführt.