IWF warnt vor zunehmenden Risiken für Weltwirtschaft

Die Risiken für die Weltwirtschaft nehmen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu. Sollten die großen Herausforderungen nicht erfolgreich bewältigt werden, „könnte das globale Wachstum entgleisen“, warnte der Fonds heute und revidierte seine Wachstumsprognosen zugleich zum dritten Mal innerhalb eines Jahres (auf heuer 3,1 Prozent Wachstum) nach unten.

Der IWF verwies auf den schwierigen Umbau der chinesischen Wirtschaft, den Ausstieg der USA aus der ultralockeren Geldpolitik, den Ölpreisverfall und die konjunkturelle Schwäche der Schwellenländer, die es zu bewältigen gelte. Die Euro-Länder sind aus IWF-Sicht aber nicht mehr die Sorgenkinder. Hier wird mit Zuwächsen von jeweils 1,7 Prozent in den Jahren 2016 und 2017 gerechnet.

Plädoyer für lockere Geldpolitik

Für den weltweit größten Ölförderer Saudi-Arabien senkte der Fonds wegen des starken Preisverfalls die Schätzung ebenfalls deutlich um jeweils einen Prozentpunkt für das laufende und das nächste Jahr: Die Wirtschaftsleistung wird nur noch zwischen gut einem und knapp zwei Prozent wachsen. Auch für Russland ist der Fonds um einiges pessimistischer als bisher.

Angesichts der Wachstumsschwäche in der Welt hält der IWF in den meisten Industrieländern eine anhaltend lockere Geldpolitik für nötig. Zudem müssten die Rahmenbedingungen verbessert werden - unter anderem mit Investitionen und Strukturreformen. Die Prognosen wurden am selben Tag durch die neuen Wirtschaftsdaten aus China untermauert, wo sinkende Wachstumsraten als „neue Normalität“ eingestuft wurden.

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