Pakistan will zwischen Teheran und Riad vermitteln

Pakistan will im Konflikt zwischen den verfeindeten Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien vermitteln. Der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif traf dazu heute in der iranischen Hauptstadt Teheran mit Präsident Hassan Rouhani zusammen. Bereits gestern hatten Nawaz Sharif und der Armeechef Raheel Sharif in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad bereits Gespräche mit der dortigen Regierung geführt.

„Die Terroristen nutzen die Situation aus“, sagte Nawaz Sharif dem iranischen Präsidenten. Pakistan rufe beide Parteien dazu auf, die Spannungen auszuräumen und islamische Brüderlichkeit zu zeigen, zitierte ihn das Webportal des Präsidialamts.

„Keine Spannungen innerhalb islamischer Staaten“

Rouhani zeigte sich versöhnlich. „Der Iran will keine Spannungen innerhalb der islamischen Staaten, egal ob nun Schiiten oder Sunniten“, sagte der Kleriker. Teheran sei bereit, auch mit Saudi-Arabien die Spannungen abzubauen und die Beziehungen wieder auszuweiten. Nur sollten die Saudis auch ihre Politik ändern. „Wir brauchen eine Koalition für Wohlstand in der islamischen Welt, nicht eine Koalition für den Krieg“, so Rouhani. 

Riad brach die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab, nachdem Anfang des Monats eine aufgebrachte Menge die saudische Botschaft in Teheran gestürmt hatte. Mehrere Golfstaaten und arabische Länder folgten. Auslöser für die Proteste im Iran war die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien.