Schwedischer Menschenrechtler in China festgenommen

China hat die Festnahme eines schwedischen Menschenrechtlers wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ bestätigt. Die Festnahme sei Teil eines Schlages gegen eine „illegale Organisation“, bei der noch weitere Personen festgenommen wurden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua heute berichtete.

Der 35-jährige Peter Dahlin wurde im Staatsfernsehen vorgeführt und gestand, „chinesische Gesetze gebrochen“ zu haben. Auch entschuldigte er sich, „die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt zu haben“.

Die EU äußerte sich alarmiert über die Festnahme und Dahlins Vorführung im Staatsfernsehen. Er sei „tief besorgt“, sagte der China-Botschafter der EU und frühere EU-Botschafter Österreichs in Brüssel, Hans-Dietmar Schweisgut, heute.

Amnesty: „Erzwungenes Geständnis“

Es war das erste Mal, dass bei Chinas jüngsten Aktionen gegen Bürgerrechtler ein Ausländer festgenommen wurde. Die Festnahme löste heftige Kritik von Menschenrechtsorganisationen aus. Amnesty International nannte den Fernsehauftritt ein „erzwungenes Geständnis“.

Seit dem vergangenen Sommer geht China verschärft gegen Anwälte, Kanzleimitarbeiter und Menschenrechtsaktivisten vor. Mehr als 300 seien bisher festgenommen, in Gewahrsam genommen oder verhört worden, berichtete eine Hongkonger Anwaltsvereinigung. Die Mehrheit sei zwar wieder auf freiem Fuß, doch würden mehr als 30 weiter festgehalten oder seien noch verschwunden.