EU-Flüchtlingshilfe für die Türkei für Zeman „Vergeudung“

Die geplanten EU-Gelder für die Türkei für die Lösung der Flüchtlingskrise sind nach Auffassung des tschechischen Staatspräsidenten Milos Zeman „Vergeudung“. Die tschechische Regierung mache einen „Fehler“, wenn sie einverstanden sei, sich mit 800 Mio. Kronen (29,6 Mio. Euro) daran zu beteiligen, sagte Zeman in einem Interview mit der tschechischen Tageszeitung „Pravo“ (Samstag-Ausgabe).

Der Staatschef begründete seine Meinung damit, dass die Türkei gar nicht die Möglichkeit habe, 2,5 Mio. Migranten auf ihrem Gebiet physisch aufzuhalten. Es sei „nicht so kompliziert“, auf einem Schlauchboot von der Türkei auf eine griechische Insel zu gelangen.

Retour nach Österreich

Die tschechische Regierung sollte laut Zeman den Schutz der tschechischen Grenze vorbereiten. Die Ablehnung der Flüchtlingsquoten reiche nicht. Es sei „eine Frage der Zeit“, bis die Immigrationswelle die Tschechische Republik „überfluten“ werde. Der Auslöser dafür könnte nicht nur die Schließung der Grenze zwischen Bayern und Österreich, sondern auch eine Verschärfung der Asylbedingungen sein, wie sie jetzt Österreich einführe.

„Am besten ist es, die illegalen Immigranten in das Binnenland überhaupt nicht reinzulassen, sie an der Grenze zu stoppen und sie zurückzuschicken. In diesem Fall würde das bedeuten, sie nach Österreich zurückzuschicken. Die Österreicher wären davon nicht begeistert, allerdings würde es sich um die Einhaltung der geltenden Vereinbarungen handeln“, sagte Zeman in dem Interview. Laut der jüngsten Umfrage des Prager Meinungsforschungsinstituts CVVM sind 60 Prozent der Tschechen gegen jegliche Aufnahme von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten.