Europol warnt vor schweren IS-Anschlägen in Europa

Die europäische Polizeibehörde Europol hat vor großangelegten Anschlägen durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Europa gewarnt. Der IS verfüge über „neue gefechtsartige Möglichkeiten“, weltweit „eine Reihe großangelegter Terroranschläge“ zu verüben, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright heute in Amsterdam. Ein dazu erstellter Europol-Bericht komme zu dem Schluss, dass die Miliz „insbesondere Europa“ im Visier habe.

Die von Europol gesammelten Informationen deuteten darauf hin, dass der IS ein Kommando für Einsätze außerhalb seines „Kalifats“ in Syrien und dem Irak gebildet habe. Es werde „für Angriffe nach Vorbild von Spezialeinsatzkräften in einem internationalen Umfeld trainiert“, heißt es in dem Bericht. Tatsächlich habe der IS gezeigt, dass er über die Möglichkeit verfüge, „zu jeder Zeit fast jedes mögliche ausgewählte Ziel anzugreifen“.

Anti-Terror-Zentrum in Amsterdam

Wainwright stellte den Bericht am Rande des Treffens der EU-Innenminister anlässlich der Arbeitsaufnahme des neuen Europol-Anti-Terror-Zentrums in Amsterdam vor. Das Zentrum sei „ein wichtiger Schritt“, um eine „aggressive neue Form des internationalen Terrorismus zu bekämpfen“, sagte er. In dem Zentrum werden vorerst 40 bis 50 Experten arbeiten, die einen besseren Informationsaustausch zwischen den Sicherheitsbehörden der Mitgliedsstaaten ermöglichen sollen.