Italien verkauft vier „Good Banks“

In Italien ist heute die Frist für die Einreichung der Interessenerklärungen für den Verkauf von vier in neue Geldhäuser umgewandelten Pleitebanken abgelaufen. Angeboten werden die vier „Good Banks“ - Banca Marche, Banca Popolare dell’Etruria, die Sparkasse von Chieti und jene von Ferrara.

„Wir hoffen auf Interessenten aus dem Ausland und in Italien, es sollten sowohl Banken als auch Private-Equity-Gesellschaften sein“, berichtete der Präsident der „Good Banks“, Roberto Nicastro, einstiger Generaldirektor der Bank-Austria-Mutter UniCredit, laut Medienangaben.

Sehr kleine Banken

Die faulen Kredite der vier Kleinbanken, die im November mit einem Regierungsdekret gerettet wurden, werden in eine „Bad Bank“ ausgegliedert. Es sind allesamt sehr kleine Banken, denen aber die jahrelange Rezession in Italien in Form vieler notleidender Kredite zugesetzt hat. „Die Banken funktionieren wieder, sie haben zuletzt wieder 3.000 Kredite vergeben“, sagte Nicastro.

Die Regierung von Premier Matteo Renzi will diese Woche eine Reform zur Stärkung von kleinen Volks- und Genossenschaftsbanken auf den Weg bringen. Mit der Maßnahme wolle man die kleineren Geldhäuser stärken, berichtete Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan am Samstag in Davos.

Die Maßnahmen sollen Fusionen und Übernahmen in der Branche erleichtern. Die Regierung will damit die Gesundung des Bankensektors vorantreiben, der auf einem Berg fauler Kredite im Volumen von rund 200 Mrd. Euro sitzt.