Abenteurer starb kurz vor Durchquerung der Antarktis

Bei dem Versuch, die Antarktis allein und zu Fuß zu durchqueren, ist der britische Abenteurer Henry Worsley knapp vor seinem Ziel gestorben. Wie seine Frau heute mitteilte, musste der 55-Jährige nur 48 Kilometer vor seiner Ankunft wegen Erschöpfung und schwerer Austrocknung in ein chilenisches Krankenhaus ausgeflogen werden, wo er gestern starb.

Ihr Mann sei einem „völligen Organversagen“ erlegen, sagte seine Frau. Sie fühle „untröstliche Trauer“. Die Ärzte im chilenischen Punta Arenas hatten bei Worsley zudem eine Bauchfellentzündung diagnostiziert.

Endurance-Expedition zu Ende bringen

Der ehemalige Offizier aus London wollte als erster Mensch ohne Beistand - seine Ausrüstung zog er auf einem Schlitten hinter sich her - die Antarktis durchqueren. Er wollte damit die vor einem Jahrhundert gescheiterte Endurance-Expedition des britischen Forschers Ernest Shackleton zu Ende bringen. Der zweifache Familienvater war ein Nachfahre von Shackletons damaligem Kapitän Frank Worsley.

Mit seiner Mission sammelte Worsley Geld für den Endeavour Fund, eine von Prinz William und seiner Frau Kate unterstützte Stiftung zugunsten verletzter Soldaten. Nach Angaben seiner Frau kamen bisher 132.000 Euro für die Stiftung zusammen.

Prinz William: „Freund verloren“

Prinz William erklärte sich auch im Namen seines Bruders Harry schockiert von der Todesnachricht. „Wir haben einen Freund verloren, aber er wird für uns alle eine Quelle der Inspiration bleiben, vor allem für diejenigen, die von seiner Unterstützung für den Endeavour Fund profitieren werden,“ sagte er weiter.

Henry Worsley hatte bereits rund 1.500 Kilometer zurückgelegt, als er am 71. Tag seiner Expedition am Freitag einen Notruf absetzen musste. In seiner letzten Erklärung auf seiner Website zeigte er sich zutiefst „betrübt“ über das „Ende der Reise - so kurz vor meinem Ziel“.