EU-Korruptionsermittler: 500-Euro-Scheine abschaffen

Der oberste EU-Korruptionsermittler hat sich für die Abschaffung des 500-Euro-Scheins ausgesprochen. Er frage sich, ob es noch einen Bedarf für so große Banknoten gebe, sagte der Generaldirektor des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (OLAF), Giovanni Kessler, in einem gestern veröffentlichten Reuters-Interview.

Schließlich könne man Betrügern durch eine Abschaffung großer Scheine ihr Geschäft erschweren. Kleinere Noten und ein verstärkter Einsatz elektronischen Geldes würden hingegen den Ermittlern helfen. Wichtig im Kampf gegen Betrug und Korruption sei die Rückverfolgbarkeit, sagte der Italiener, der einst als Staatsanwalt gegen die Mafia ermittelte. Die zuständige Europäische Zentralbank (EZB) wollte sich nicht zu dem Thema äußern.

Schon vor Einführung umstritten

Bereits vor der Einführung des Euro-Bargeldes im Jahr 2002 hatte es schon Bedenken gegeben. Deutschland gehörte zu den größten Befürwortern. Frankreich hingegen hatte sich gegen einen so großen Schein ausgesprochen. Auch die höchste Note der Weltweit-Währung US-Dollar ist lediglich 100 Dollar wert.

Befürwortern großer Noten zufolge würde eine Abschaffung illegale Bargeldtransaktionen aber kaum verhindern. Viele der Banknoten mit hohem Nennwert sind Schätzungen zufolge außerhalb der Euro-Zone im Umlauf - vor allem in Regionen, in denen häufiger bar als elektronisch gezahlt wird.