Hofburg-Wahl: FPÖ entscheidet in zweiter Wochenhälfte

Die FPÖ wird in der zweiten Wochenhälfte über die Kandidatur zur Bundespräsidentenwahl entscheiden. Das gab Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung bekannt. Das gestrige Parteipräsidium habe sich dagegen nicht mit diesem Thema befasst, sondern unter anderem mit der Regierungsumbildung.

Zum vom grünen Kandidaten Alexander Van der Bellen ins Spiel gebrachten „Fairnessabkommen“ meinte Kickl, dass ein Teil dieses Vorschlags - nämlich jener hinsichtlich der Kostenbegrenzung - ohnehin bereits gesetzlich geregelt sei. Gegen jede Fairness verstoße es jedenfalls, wenn jemand wie Van der Bellen versuche, sich als überparteilich darzustellen.

Hundstorfer und Khol für Abkommen

Die beiden von SPÖ und ÖVP nominierten Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer und Andreas Khol können sich ein Fairnessabkommen für den Wahlkampf vorstellen. Van der Bellen übermittelte ihnen seinen Entwurf dafür. Sowohl Khol als auch Hundstorfer seien dabei gesprächsbereit, hieß es auf Anfrage der APA aus deren Büros.

Khol sei für ein verbindliches Abkommen, an das sich alle Kandidaten gebunden fühlen, so seine Sprecherin. Das habe er schon bei seiner Präsentation als Kandidat am 11. Jänner deutlich gemacht. Khol wolle, dass ein Abkommen von der Partei verhandelt und auch unterschrieben werde, weil er von der ÖVP nominiert worden sei.

Uneinigkeit über Zeitpunkt

Die Gespräche darüber sollen aber erst beginnen, wenn alle Kandidaten feststehen, sagte die Khol-Sprecherin. Derzeit ist vor allem noch offen, wen die FPÖ ins Rennen schickt.

Hundstorfers Kampagnenleiter Nedeljko Bilalic ist hingegen dafür, dass sich die Kandidaten bzw. deren Kampagnenleiter schon in den nächsten zwei Wochen zusammensetzen. Diesen Zeitrahmen hatte auch Van der Bellens Wahlkampfleiter Lothar Lockl genannt. Für Hundstorfer sei ein solches Abkommen jedenfalls vorstellbar, betonte Bilalic.

Auch die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss hatte sich für ein Fairnessabkommen ausgesprochen und gestern die Vorlage des Entwurfs durch Van der Bellen begrüßt.