Tschechien: Präsident droht Premier mit Erschießen

Der tschechische Präsident Milos Zeman sorgt wieder einmal mit einer seiner Aussagen für Aufregung. Jüngster Anlass: Zeman scherzte über die Erschießung des amtierenden Regierungschefs Bohuslav Sobotka. Heftige Kritik von zahlreichen Politikern folgte.

Bei einem Treffen mit Bürgern der südmährischen Stadt Tisnov sagte Zeman auf die Frage einer Studentin, wie man den Premier ersetzen könne, laut Medienberichten von heute wörtlich: „Demokratische Möglichkeit gibt es nur eine - freie Wahlen. Die nicht demokratische Möglichkeit ist - Kalaschnikow.“

Premier erschüttert

Sobotka zeigte sich erschüttert. „Wir sind höchstwahrscheinlich das einzige zivilisierte Land der Welt, in dem der Präsident öffentlich zur Tötung des Regierungschefs aufruft“, sagte der Sozialdemokrat der Agentur CTK. Er sprach von einer dummen Äußerung, die seine Kinder und Familie unnötig erschrecke, und forderte mehr Professionalität.

Auch Innenminister Milan Chovanec verurteilte „geschmacklose Scherze über den Waffengebrauch“ gegenüber Politikern. Zeman unterstütze eine „Faschisierung der Gesellschaft“, sagte Menschenrechtsminister Jiri Dienstbier und fragte: „Gibt es für ihn noch Grenzen?“ Zeman ist seit März 2013 Präsident. Er war zuletzt vor allem mit islamfeindlichen Äußerungen aufgefallen.