Geier aus Israel gerät im Libanon unter Spionageverdacht

Ein israelischer Geier ist im Libanon vorübergehend wegen Spionageverdachts festgehalten worden. Der Vogel sei von Einwohnern im Nachbarland eingefangen worden, erklärte die israelische Naturschutzbehörde gestern. „Sie verdächtigen ihn der Spionage für Israel, offenbar wegen seines Peilsenders.“

Auf Facebook waren Fotos zu sehen, die den mit einem israelischen Erkennungsring und einem Ortungssender ausgestatteten Vogel in der südlibanesischen Stadt Bint Dschbeil zeigen. Der Greifvogel sei etwa vier Kilometer weit auf libanesisches Gebiet geflogen, sagte Behördensprecherin Tali Tenenbaum. „Aber wir wussten nicht, dass er eingefangen wurde“. Örtlichen Medien zufolge wurde der Geier nach kurzer Zeit wieder freigelassen.

Bereits mehrere Vorfälle mit Tieren

Im Nahen Osten geraten immer wieder Tiere wegen derlei Vorfällen in die Schlagzeilen. Besonders häufig werden Zugvögel der Spionage verdächtigt, die von israelischen Ornithologen beringt und mit Ortungssendern ausgestattet wurden, um ihre Flugrouten zu erforschen. So geschah es 2012 einem Adler im Sudan und ein Jahr zuvor einem Geier in Saudi-Arabien.

Im vergangenen Sommer sorgte ein angeblich mit Kameras ausgestatteter Delfin für Aufregung, den die radikalislamische Hamas nach eigenen Angaben vor der Küste des Gazastreifens aufgespürt hatte. 2010 erhoben die ägyptischen Behörden nach einer tödlichen Haiattacke im Roten Meer den Vorwurf, der Mossad setze die Raubfische ein, um den Tourismus im Nachbarland zu schädigen.