Spanien: Neuer Korruptionsskandal in Rajoys Volkspartei

Eine Welle von Korruptionsskandalen lässt Spaniens konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy nicht zur Ruhe kommen.

Die Polizei nahm gestern in der Region um die ostspanische Hafenstadt Valencia 24 mutmaßliche Mitglieder eines korrupten Netzwerks fest, unter ihnen mehrere PP-Politiker.

Schmiergelder für Auftragsvergabe kassiert

Wie die staatliche Nachrichtenagentur EFE berichtete, legten die Ermittler den Verdächtigen zur Last, ihre Ämter in staatlichen Stellen dazu missbraucht zu haben, Schmiergelder für die Vergabe öffentlicher Aufträge zu kassieren.

Unter den Festgenommenen war auch der frühere PP-Parteichef in der Provinz Valencia, Alfonso Rus. Die Polizei durchsuchte die Wohnungen zahlreicher Verdächtiger und die Rathäuser mehrerer Gemeinden, die von der PP regiert worden waren.

Konservative verloren Drittel der Parlamentssitze

Spaniens Vizeregierungschefin Soraya Saenz de Santamaria (PP) betonte, die Festnahmen bewiesen, dass die Justiz funktioniere. Die Serie von Korruptionsskandalen in der PP hatte maßgeblich dazu beigetragen, dass die Konservativen bei der spanischen Parlamentswahl am 20. Dezember 2015 etwa ein Drittel ihrer Sitze verloren.