Jemen droht Hungerkrise

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in dem Bürgerkriegsland Jemen ist von Hunger bedroht. 14,4 Millionen Menschen litten derzeit unter Nahrungsmittelunsicherheit, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) heute mit. Die Zahl der Betroffenen sei allein seit Juni vergangenen Jahres um zwölf Prozent gestiegen.

Nach FAO-Angaben leben momentan 2,3 Millionen Menschen als Vertriebene im eigenen Land. Lebensmittelunsicherheit und Mangelernährung hätten einen kritischen Punkt erreicht. „Die Zahlen sind erschreckend“, erklärte FAO-Expertin Etienne Peterschmitt. Der Konflikt sei „eine vergessene Krise“, Millionen Menschen brauchten im ganzen Land dringend Hilfe. Im bitterarmen Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger der sunnitisch geprägten Regierung.

Bombenanschlag in Aden

Bei einem Bombenanschlag in der Nähe des Präsidentenpalasts in der jemenitischen Hafenstadt Aden sind indes mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Offiziellen Angaben zufolge soll die Tat dem Konvoi des neuen Gouverneurs der Region gegolten haben. In einer zunächst nicht verifizierbaren Botschaft bekannte sich die Terrormiliz Islamische Staat (IS) zu der Explosion, bei der zudem mindestens 15 Menschen verletzt wurden.

Derweil wurde ein entführtes Kamerateam des TV-Senders al-Jazeera zehn Tage nach seinem Verschwinden in der südwestlichen Stadt Tais wieder freigelassen. Auf welche Weise die Befreiung nun zustande kam, blieb zunächst unklar. Al-Jazeera zitierte jedoch regierungstreue Kräfte im Jemen, die die Huthis für die Tat verantwortlich machten.