Iran schickt afghanische Flüchtlinge laut HRW nach Syrien

Der Iran setzt nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) Tausende afghanische Flüchtlinge zum Kampf im Bürgerkriegsland Syrien ein. „Der Iran hat afghanischen Flüchtlingen und Migranten nicht nur Anreize für den Kampf in Syrien angeboten. Sondern einige erzählten auch, ihnen sei mit Abschiebung zurück nach Afghanistan gedroht worden“, erklärte HRW-Nothilfe-Direktor Peter Bouckaert heute. Bei den Anreizen gehe es um Geld oder ein Bleiberecht im Iran.

Der Iran, engster Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, schicke Afghanen mindestens seit November 2013 nach Syrien, wo sie unter anderem heilige schiitische Stätten bewachen sollen. Das geht nach HRW-Angaben aus mehr als zwei Dutzend Interviews hervor, die die Organisation Ende 2015 geführt habe.

Im Iran lebten schätzungsweise drei Millionen afghanische Staatsangehörige, die wegen bewaffneter Konflikte aus ihrem Land geflohen sind. Nicht einmal eine Million hält sich legal in dem Land auf.

Syrien-Gespräche starten

Unterdessen wird UNO-Sondervermittler Staffan de Mistura heute die Syrien-Gespräche in Genf beginnen und zum Auftakt eine Delegation der Regierung treffen. Die Delegation der syrischen Regierung traf am frühen Nachmittag zu den Friedensgesprächen in Genf ein. Wie aus einer regierungsnahen Quelle zu erfahren war, wird die Delegation von Syriens UNO-Botschafter Baschar Jaafari geleitet.

Die Vereinten Nationen rechnen weiterhin mit einem Beginn der Friedensgespräche für Syrien noch heute. Der UNO-Sprecher Ahmad Fawzi sagte allerdings, er könne nicht sagen, wer daran teilnehmen bzw. ab welchem Zeitpunkt an welchem Ort verhandelt werde. Das von Saudi-Arabien unterstützte Bündnis syrischer Oppositions- und Rebellengruppen will nach eigenen Angaben noch nicht in Genf verhandeln, sondern in Riad weiter über die Teilnahme beraten. Die letzten Friedensgespräche waren im Februar 2014 ohne Ergebnis zu Ende gegangen.