Syrische Regierung erlaubt humanitäre Hilfe

Die syrische Regierung hat nach UNO-Angaben grundsätzlich Hilfslieferungen in belagerte Städte wie Madaja, in denen viele Menschen an Hunger leiden, erlaubt. „Die Regierung hat im Prinzip Konvois zugelassen“, sagte der Sprecher der UNO-Behörde für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA), Jens Laerke, gestern in Genf.

Zehntausende Menschen eingeschlossen

In Madaja werden mehr als 40.000 Menschen seit dem Herbst von Regierungstruppen belagert. Weil keine Hilfe in die Stadt kommt, verhungerten dort nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bereits Menschen.

Das Schicksal der Stadt ist ein sensibler Punkt bei den Friedensgesprächen für Syrien, die in Genf begannen. OCHA-Sprecher Laerke sagte, die Zusage für das Durchlassen von Konvois gelte auch für Kafraja und Fua. Diese beiden Städte werden von Rebellen belagert.

Das Hohe Verhandlungskomitee (HNC) der syrischen Opposition beteiligt sich an den Verhandlungen in Genf, bei denen UNO-Vermittler Staffan de Mistura zunächst getrennt mit Vertretern von Regierung und Opposition sprach. Die Friedensgespräche begannen seinen Angaben nach damit nun offiziell.

London kritisiert Putin wegen Luftangriffen

Der britische Außenminister Philip Hammond kritisierte indes den russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Militäreinsatz in Syrien scharf. Jegliche internationale Bemühungen um ein Ende des Bürgerkrieges würden von Russland untergraben, sagte Hammond beim Besuch des jordanischen Flüchtlingslagers Saatari der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Politiker kritisierte besonders, dass die russische Armee auch Rebellen bombardiere, die vom Westen unterstützt werden. Zwar erklärte sich die russische Seite zu Verhandlungen bereit. „Das Problem mit den Russen ist, dass sie während der Verhandlungen weiterbomben und Assad unterstützen“, sagte Hammond mit Verweis auf den syrischen Staatschef Baschar al-Assad.

Russland hatte erklärt, eine Reihe von Rebellengruppen in Syrien zu bombardieren. Der Fokus liege aber auf der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS). Hammond dagegen beklagte nun, weniger als 30 Prozent der russischen Luftangriffe zielten auf den IS. Die Einsätze würden den Islamisten sogar helfen.