Statistik Austria will Asylstatistik übernehmen

Die Statistik Austria würde die Asylstatistik gerne in ihre Zuständigkeit übernehmen und plädiert für ein Modell nach Vorbild des Melderegisters. Generaldirektor Konrad Pesendorfer verweist auf die international übliche Trennung von Verwaltung und Datenerhebung. „Es gibt gute Gründe, dass politisch so bedeutsame Zahlen von einer neutralen Stelle erhoben werden“, sagt Pesendorfer gegenüber der APA.

SPÖ, Grüne und NEOS dafür

Aufgrund einer Computerpanne im Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) übermittelte Österreich Daten der Asylstatistik 2014 noch nicht an das EU-Statistikamt Eurostat. Ein Teil der Daten konnte bisher überhaupt nicht rekonstruiert werden. SPÖ, Grüne und NEOS wünschen sich daher die Übertragung der Asylstatistik an die Statistik Austria.

Pesendorfer würde das begrüßen. Aus seiner Sicht ist es „grundsätzlich nicht optimal“ und international unüblich, dass Verwaltungsbehörden auch für die Aufbereitung der Daten zuständig sind, weil damit beispielsweise politisch bedeutsame Fakten verspätet veröffentlicht werden könnten.

Gesetzliche Regelung nötig

Die derzeitige Regelung - die Daten werden vom Innenministerium erhoben, aber via Statistik Austria zu Eurostat nach Luxemburg übermittelt - sieht Pesendorfer nur als „Zwischenlösung“ und plädiert für eine klare Trennung. So sollte das Innenministerium seine Informationen in das Fremdenregister einspeisen, die Statistik Austria würde daraus die nötigen Statistiken erstellen und veröffentlichen.

Nach demselben Muster wird auch beim Melderegister vorgegangen. Vorteil dieses Systems wäre aus Pesendorfers Sicht auch, dass die Asylstatistik mit anderen Datenbanken verknüpft werden kann. Das sei derzeit nicht möglich, und über die Zeit könnte so ein „wertvoller Analyseschatz“ aufgebaut werden, so Pesendorfer. Nötig wäre dazu eine gesetzliche Regelung oder eine Verordnung auf Basis des Bundesstatistikgesetzes.