Geberkonferenz: Drängende Rufe nach Geldern für Syrien

Vertreter von rund 70 Staaten treffen sich heute in London, um Hilfsgelder für das Bürgerkriegsland Syrien und seine Nachbarländer zu sammeln. Es geht um so viel wie nie - rund sieben Milliarden Euro braucht es heuer laut den Vereinten Nationen (UNO), um die Kriegsflüchtlinge zu versorgen.

Experten drängen indes zu Maßnahmen, die über die Entwicklungshilfe hinausgehen, denn ohne politischen Willen zur Veränderung droht die finanzielle Hilfe zu versanden.

Mehr dazu in Spenden im eigenen Interesse

Faymann verteidigt österreichischen Beitrag

Obwohl Österreich ohne neue Hilfszusagen zur Syrien-Geberkonferenz nach London reiste, verteidigte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) den österreichischen Beitrag. „Wenn man über 60 Millionen beschließt, wenn wir mit mehr als 40 Millionen dabei sind, bei dem, was die EU bezahlt, (...) muss man sagen, mehr als 100 Millionen muss man mal verdienen, um sie auszugeben“, sagte er heute am Rande der Konferenz im Ö1-Mittagsjournal.

Bei den von Faymann erwähnten 40 Millionen Euro handelt es sich laut seiner Sprecherin um den österreichischen Anteil von bereits im EU-Budget vorgesehenen Hilfszahlungen, die nicht im Zusammenhang mit der Geberkonferenz stehen. Faymann habe damit lediglich die gesamten österreichischen Hilfsleistungen illustrieren wollen.

Die 60 Millionen Euro sollen nach Angaben aus dem Bundeskanzleramt bis 2019 fließen. Mit 45,6 Millionen Euro geht der Großteil davon im Rahmen des drei Milliarden Euro schweren EU-Türkei-Fonds an die Regierung in Ankara, die das Geld zur Flüchtlingsbetreuung einsetzen will.