Tote bei Erdbeben in Taiwan

Bei einem schweren Erdbeben in Taiwan sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Bei dem Erdstoß der Stärke 6,4 waren in der Stadt Tainan im Süden der Insel in den frühen Morgenstunden mehrere mehrstöckige Wohnhäuser eingestürzt. Eine Frau, ein Mann und ein zehn Monate altes Baby starben in den Trümmern eines 16-stöckiges Hochhauses, wie ein Feuerwehrsprecher mitteilte. Knapp 30 weitere Bewohner wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden mehr als hundert Menschen aus den Trümmern des Hochhauses gerettet, das komplett auf die Seite stürzte. Wie viele Menschen noch unter den Trümmern vermutet werden, konnte der Sprecher aber zunächst nicht sagen. Aus den Trümmern eines siebenstöckigen Hauses wurden demnach weitere 30 Menschen geborgen.

Die Rettungskräfte waren im Dunkeln mit Scheinwerfern im Einsatz, um in den Trümmern nach weiteren Überlebenden zu suchen. Mit Leitern versuchten sie, durch die Fenster in die völlig zerstörten Wohnungen zu gelangen. Eine Frau berichtete im Fernsehsender SET TV, sie habe mit einem Hammer ihre verbogene Wohnungstür aufgebrochen, um ins Freie zu gelangen.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS 39 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Kaohsiung. Das Tsunami-Warnzentrum für den Pazifik teilte mit, es bestehe keine Gefahr einer Riesenwelle.

Taiwan wird immer wieder von Erdbeben erschüttert, weil die Insel in der Nähe einer Bruchstelle zweier tektonischer Platten liegt. Bei einem Erdbeben der Stärke 7,6 waren im September 1999 rund 2400 Menschen ums Leben gekommen. Im Juni 2013 starben vier Menschen bei einem Beben der Stärke 6,3.