Mehrere Vorfälle bei europaweiten PEGIDA-Treffen

Bis zu 8.000 Anhänger der fremden- und islamfeindlichen PEGIDA-Bewegung haben heute in Dresden für eine „Festung Europa“ demonstriert. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde bei der Kundgebung im Rahmen eines europaweiten Aktionstages von vielen Rednern wegen ihrer Asylpolitik als Bedrohung für Freiheit und Sicherheit kritisiert. Die Kundgebung wurde von starken Polizeikräften gesichert.

Bei zahlreichen Gegenveranstaltungen gingen etwa 2.500 Menschen gegen Fremdenhass auf die Straße. Zwischenfälle gab es zunächst nicht. Die Kundgebung am Königsufer fand ohne den erkrankten PEGIDA-Gründer Lutz Bachmann statt. Laut der Forschungsgruppe Durchgezählt nahmen zwischen 6.000 und 8.000 Menschen daran teil - weniger als vom Veranstalter und Polizei erwartet.

Verbotene PEGIDA-Demo in Calais aufgelöst

Im nordfranzösischen Calais löste die Polizei eine PEGIDA-Demo unter Einsatz von Tränengas auf. Mehrere Menschen wurden festgenommen. Etwa 150 Teilnehmer hatten sich trotz des Demonstrationsverbots vor dem Bahnhof von Calais versammelt.

Frankreichs sozialistischer Innenminister Bernard Cazeneuve hatte das Verbot der PEGIDA-Demonstration in Calais am Mittwoch mit der Gefahr der „Störung der öffentlichen Ordnung“ begründet. Das Verbot für alle Gruppen, die „Spannungen, Spaltung und Gewalt hervorrufen“, werde so lange gelten wie nötig, sagte er. Am Rand von Calais leben etwa 3.700 Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen in einem Lager. Sie wollen von dort aus nach Großbritannien.

Zusammenstöße in Prag

Bei einer mit der PEGIDA abgestimmten islamfeindlichen Kundgebung in Prag ist es am zu Ausschreitungen zwischen rechten Demonstranten und linken Gegendemonstranten gekommen. Es flogen Flaschen und Feuerwerkskörper. Die Polizei setzte mehrere Hundertschaften ein, um die beiden Gruppen zu trennen.

Rund 1.500 Islamgegner versammelten sich vor der Prager Burg, dem Präsidentensitz. Die Mobilisierung blieb hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück: Der Block gegen den Islam und die rechte Parlamentspartei Morgenröte - nationale Koalition hatten mit Tausenden Teilnehmern gerechnet. Rund 400 Menschen nahmen an zwei Gegendemonstrationen gegen Hetzreden und für Solidarität mit Flüchtlingen teil.