Türkische Polizei beschlagnahmte Flüchtlingsboote

Die türkische Polizei hat Medien zufolge fast 50 Boote beschlagnahmt, mit denen mutmaßlich Flüchtlinge über die Ägäis nach Griechenland übersetzen wollten. Die Boote mit Sicherheitsmängeln seien am Freitag in drei Werkstätten in der Hafenstadt Izmir gefunden und zerstört worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu gestern. Die Werkstätten würden vermutlich geschlossen werden.

Die Türkei ist einer der Hauptanlaufpunkte für Flüchtlinge, die in die Europäische Union wollen. Viele von ihnen zahlen Schleppern tausende von Dollar für die gefährliche Überfahrt nach Griechenland.

Aktionsplan vereinbart

Die EU und die Türkei hatten im November einen Aktionsplan in der Flüchtlingskrise vereinbart. Ankara verpflichtete sich dabei, die ungeregelte Einwanderung in die EU zu stoppen. Dafür wurden der Türkei drei Milliarden Euro zugesagt, mit denen die Lebensbedingungen für die Syrien-Flüchtlinge in der Türkei verbessert werden sollen.

Ankara scheint in jüngster Zeit seine Bemühungen verstärkt zu haben. So wurden Boote gestoppt, mutmaßliche Schleuser gefasst und Schwimmwesten beschlagnahmt. Am Montag trifft Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel in Ankara die politische Führung des Landes, um über die bisher erfolgte Umsetzung des Aktionsplans zu sprechen.