Saudi-Arabien hält sich Truppeneinsatz in Syrien offen

Die saudi-arabische Regierung hat sich offen gezeigt, Spezialeinheiten in den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Syrien zu schicken. Man sei bereit, wenn der Einsatz im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition erfolge, sagte Außenminister Adel al-Dschubair gestern bei einem Besuch in Washington. Wie viele Soldaten das Königreich entsenden könnte, gab er nicht bekannt.

Ein Sprecher des US-Außenministeriums zeigte sich über den Vorschlag erfreut. Wie ein Einsatz aussehen könnte, lasse sich im Moment aber nicht sagen. Ein Berater des saudi-arabischen Verteidigungsministers hatte sich bereits in der vergangenen Woche offen gezeigt, Bodentruppen nach Syrien zu verlegen. Spezialeinheiten erwähnte er dabei nicht.

Obama gegen US-Bodentruppen

Die USA bombardieren bereits gemeinsam mit anderen Staaten mutmaßliche IS-Stellungen. Wegen der Erfahrungen in Afghanistan und im Irak zögert Präsident Barack Obama aber, Bodentruppen zu entsenden. Er entschied im vergangenen Jahr lediglich, bis zu 50 Elitesoldaten in dem Bürgerkriegsland einzusetzen.

Unterdessen warnte die Geheimdienstbehörde der US-Streitkräfte (DIA), dass Zahl und Ausmaß der IS-Angriffe wahrscheinlich zunehmen werden. DIA-Direktor Vincent Stewart verwies auf IS-Ableger in Mali, Tunesien, Somalia, Bangladesch und Indonesien. Zudem wäre es keine Überraschung, wenn es von der Sinai-Halbinsel aus verstärkt zu Attacken im ägyptischen Kernland komme.