Gerüchte um VW-Spartenverkäufe verdichten sich

Mehrere Unternehmen haben Finanzkreisen zufolge ihre Fühler nach der Schiffsmotorensparte von Volkswagen ausgefahren. Konkurrenten aus China, Europa und den USA hätten Interesse am Geschäft mit Schiffsdieseln, Turbomaschinen und großen Getrieben angemeldet, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen heute gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Sparte fiel VW im Rahmen der Übernahme von MAN zu. Ein Verkauf, über den in den vergangenen Jahren immer wieder spekuliert wurde, könnte VW nach Einschätzung von Bankern vier bis fünf Milliarden Euro einbringen. VW bereite nun erste Gespräche mit einem chinesischen Interessenten vor, sagte einer der Insider. „Alles ist aber noch in einem sehr frühen Stadium.“

Der erste Notverkauf nach Skandal?

VW war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Wolfsburger Konzern betonte mehrfach, dass er wegen Belastungen durch den Dieselskandal nicht gezwungen sei, Notverkäufe zu tätigen. Sollte sich daran irgendwann etwas ändern, sei die Schiffsdieselsparte die erste Option, sagte eine mit dem Konzern vertraute Person. Die Sparte fährt zwar vergleichsweise hohe Gewinne ein, die Synergien mit dem Fahrzeuggeschäft sind aus Sicht von Experten aber überschaubar.

Als mögliche Interessenten in China werden Konzerne wie Yuchai, Weichai und Sinomach gehandelt. Andere potenzielle Bieter sind aus Sicht von Bankern das Schweizer Unternehmen Sulzer, der US-Konzern General Electric und Siemens. Diese Firmen hätten aber vermutlich nur Interesse an Teilen der Schiffsmotorensparte. „Die Erwartung ist, dass der Deal kommen wird“, sagte ein Banker. „Die Frage ist nur: wann?“