Zustimmung der Briten zu EU-Austritt steigt

Immer mehr Briten sind einer Umfrage zufolge für einen Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union, den „Brexit“. Wie das Institut ICM heute mitteilte, kommen die Befürworter des Schrittes inzwischen auf 42 Prozent, während das proeuropäische Lager 41 Prozent erreicht. Unter Herausrechnung der Unentschiedenen ergibt sich demnach ein Verhältnis von 50 zu 50.

Cameron für Verbleib in EU

In der vergangenen Woche führten die EU-Befürworter noch mit 52 Prozent. Bei der jüngsten YouGov-Umfrage für die konservative „Times“ führten die Europaskeptiker mit 45 zu 36 Prozent.

Premierminister David Cameron ist nach eigenem Bekunden für einen Verbleib des Königreiches in der EU, verlangt aber von den 27 anderen Staaten Reformen der Union. So will die Regierung in London Sozialleistungen für EU-Bürger einschränken.

Polen, Tschechien, die Slowakei und Ungarn erklärten heute gemeinsam, die geplanten Einschränkungen seien nach wie vor das Hauptproblem bei den britischen Forderungen. Sie dürften nur vorübergehend sein und die Dauer von vier Jahren keinesfalls übersteigen.

Tusk für Vermeidung von „Brexit“

EU-Ratspräsident Donald Tusk sagte indes alle seine Verpflichtungen für die kommenden Tage ab, um mit Gesprächspartnern wie der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande Strategien zur Vermeidung eines Austritts Großbritanniens aus der EU zu erörtern.

Tusk sagte heute vor dem Europäischen Parlament, er hoffe, dass es beim Europäischen Rat am 18. und 19. Februar in Brüssel Konsens über seinen Kompromissvorschlag geben werde. Es handle sich aber um einen „sehr fragilen politischen Prozess“, sagte Tusk.