EU-„Weißhelme“ starten kommende Woche

Das in Folge der Ebola-Epidemie beschlossene EU-Ärztekorps wird am Montag aus der Taufe gehoben. Wie die EU-Kommission heute mitteilte, wird zum Start auch die Leiterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, nach Brüssel reisen.

Der zuständige EU-Kommissar Christos Stylianides sieht in dem Korps „das wichtigste Instrument“ Europas, „den nächsten Ausbruch zu bekämpfen“.

Reaktion auf Ebola-Epidemie

Angesichts der anfangs schleppenden Reaktion auf die Epidemie hatte der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) im Herbst 2014 vorgeschlagen, dass die EU in Anlehnung an Blauhelm-Soldaten ein „Weißhelm“-Korps gründet.

Die EU-Außenminister beschlossen damals, einen „Pool“ aus Gesundheitsexperten zu schaffen, die „auf freiwilliger Basis für einen schnellen und gezielten Einsatz bei Gesundheitskrisen“ bereit stehen.

Mobile Krankenhäuser und Labore

Die neue medizinische Krisenhilfe soll neben Ärzteteams auch Labore, mobile Krankenhäuser, Laboreinrichtungen und Flugzeuge zur Evakuierung von Schwerkranken umfassen. Neben Deutschland beteiligen sich laut einem Bericht der „Welt“ bisher Belgien, Luxemburg, Spanien, Tschechien, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Schweden.

EU-Kommissar Stylianides hatte Mitte Jänner auch einen Einsatz der „Weißhelme“ in der Flüchtlingskrise nicht ausgeschlossen. Die EU sei „bereit, dieses Instrument in allen Bereichen unserer Arbeit in Anspruch zu nehmen und zu nutzen“, sagte der Kommissar damals.