Medwedew sieht „neuen Kalten Krieg“ mit Europa

Der russische Regierungschef Dimitri Medwedew hat die Beziehungen zwischen Moskau und Westeuropa als „neuen Kalten Krieg“ bezeichnet. „Wir sind in eine neue Periode des Kalten Kriegs hineingeraten“, sagte Medwedew heute bei der Münchner Sicherheitskonferenz. „Die Beziehungen zwischen Europäischer Union und Russland sind verdorben, in der Ukraine tobt ein Bürgerkrieg.“

Praktisch täglich „zur größten Bedrohung erklärt“

„Praktisch jeden Tag werden wir zu der größten Bedrohung erklärt, mal für die NATO insgesamt, mal für Europa, mal für die USA“, sagte Medwedew. Die Welt brauche „die Zusammenarbeit und nicht die Konfrontation“. Er sei zuversichtlich, dass die Welt heute „weiser, erfahrener und verantwortungsbewusster“ sei als in den 60er Jahren, als ein Atomkrieg drohte.

Dimitri Medwedew, russischer Regierungschef

Reuters/Michael Dalder

NATO kritisiert atomares Säbelrasseln Russlands

Unterdessen kritisierte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die Drohgebärden Russlands mit seinen Atomwaffen scharf. Russland hatte im Ukraine-Konflikt mehrfach mit seinem Atomarsenal gedroht. „Unsere Abschreckung hat ebenfalls eine atomare Komponente“, sagte Stoltenberg bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

„Russlands Rhetorik, Auftreten und die Manöver seiner Atomwaffentruppe zielen darauf, die Nachbarstaaten einzuschüchtern und das Vertrauen und die Stabilität in Europa zu untergraben“, so Stoltenberg. Die NATO dagegen reduziere die Zahl ihrer Atomwaffen und halte sie zur Abschreckung bereit und nicht, um jemanden zu nötigen oder einzuschüchtern.