Tausende Ungarn protestieren gegen Orbans Schulreform

In Ungarn sind heute Tausende Menschen gegen die Schulreform von Ministerpräsident Viktor Orban auf die Straße gegangen. Kritiker werfen dem rechtsgerichteten Politiker vor, er wolle mit den Neuerungen im Bildungssystem seine Kontrolle über staatliche Einrichtungen ausweiten.

Eingriff in Autonomie

„Wir lassen das nicht zu“, skandierten Lehrer und Eltern, die sich im Regen vor dem Budapester Parlamentsgebäude versammelten. Bereits vor drei Jahren hatte Orban örtlichen Schulämtern Kompetenzen entzogen und auf eine zentrale Behörde übertragen. Seitdem traten neue Lehrpläne in Kraft, und die Unterrichtsstunden der Lehrer nahmen zu. Zur Pflicht wurden auch Schulbücher, die Gegner der Reform als fehlerhaft kritisieren.

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Tausende Menschen versammelten sich im Regen vor dem Budapester Parlamentsgebäude.
(iptv.ORF.at)

Bei der Kundgebung forderten Lehrer eine Verringerung ihres Unterrichtspensums und die freie Wahl von Schulbüchern. Der Demonstration schlossen sich auch andere gewerkschaftlich organisierte Berufsgruppen an, darunter Bergarbeiter und Beamte.

Der Protest hatte vor einer Woche in der Stadt Miskolc begonnen, als dort Lehrer eine Petition zur Wiederherstellung der Schulautonomie initiierten. Orban entließ daraufhin die Bildungsstaatssekretärin und nahm Verhandlungen mit den Pädagogen auf. Zuvor hatte Orban bereits umstrittene Reformen staatlicher Medien und anderer öffentlicher Institutionen durchgesetzt.