Russland schickt weiteres Kriegsschiff vor syrische Küste

Im Syrien-Konflikt schickt Russland ein weiteres Kriegsschiff vom Schwarzen Meer in die Unruheregion. Die mit Marschflugkörpern vom Typ „Kalibr“ ausgerüstete Korvette „Seljony Dol“ werde vor der Küste des Bürgerkriegslands vor Anker gehen, meldete die Agentur Ria Nowosti heute. „Die Teilnahme an Kampfhandlungen ist nicht ausgeschlossen“, sagte ein Militärsprecher.

Auch Rebellen im Visier

Russland fliegt zur Unterstützung des Regimes in Damaskus seit Ende September Luftangriffe in Syrien und feuerte auch Marschflugkörper auf Ziele in dem Land ab. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und gemäßigte Regimegegner zu treffen.

Russlands Luftwaffenchef Viktor Bondarew lobte die Luftangriffe. Von den russischen Bombardements profitiere nicht nur die syrische Armee, sondern auch die westliche Militärkoalition in ihrem Kampf gegen Terrororganisationen im Irak, meinte der General.

Der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschjow sagte zu den laufenden Gesprächen über eine mögliche Feuerpause in Syrien, er halte eine solche Waffenruhe für gut denkbar. Voraussetzung sei eine Einigung der syrischen Armee mit der „bewaffneten Opposition“. „Wir handeln allein auf Bitten von Präsident Baschar al-Assad“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrates.

Medwedew: „Kein weiteres Libyen“

Der russische Regierungschef Dimitri Medwedew beteuerte am selben Tag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, Russland werde weiter an der Umsetzung der Friedensinitiative für das Bürgerkriegsland Syrien arbeiten. „Wir müssen einen einheitlichen syrischen Staat erhalten.“ Der Zerfall des Landes dürfe nicht zugelassen werden. Die Welt könne sich „kein weiteres Libyen“ leisten.

Medwedew forderte einen entschlossenen Kampf gegen den Terrorismus. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) müsse „ohne Zwischentöne“ bekämpft werden. Der IS folge einem „Tierinstinkt“, um zu zerstören und zu töten. „Der Terrorismus ist ein zivilisatorisches Problem. Entweder wir oder sie. Das müssen alle verstehen, ohne Detail und Halbtöne, ohne Aufteilung in Freunde, Radikale und angeblich Gemäßigte.“