Türkei beschießt kurdische Stellungen in Syrien

Das türkische Militär hat heute in Syrien Stellungen von Kurdenmilizen nördlich der umkämpften Stadt Aleppo beschossen. Die Streitkräfte hätten Ziele nahe Asas ins Visier genommen, verlautete aus Regierungskreisen in Ankara. Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Die der syrischen Opposition nahestehende Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete ebenfalls von Angriffen der Türkei.

Ziele seien ein Dorf und ein Luftwaffenstützpunkt gewesen, die in den vergangenen Tagen von syrischen Kurden erobert worden seien. Auch ein Kurdenvertreter bestätigte den Beschuss. Er habe der Luftwaffenbasis Menagh gegolten. Der Süden der Türkei grenzt in Syrien an Gebiete der Kurden, syrischer Rebellen und der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Im Kampf gegen den IS erwägt das NATO-Land Türkei unterdessen die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien. Im Syrien-Krieg steht die Türkei aufseiten von Rebellen, die in ihrem Kampf gegen die syrische Regierung zuletzt durch russische Luftangriffe ins Hintertreffen geraten waren. So rücken derzeit Soldaten von Präsident Baschar al-Assad weiter auf Aleppo zu, das rund 50 Kilometer südlich von Asas entfernt liegt.

Ankara denkt über Bodentruppen nach

Der Syrien-Konflikt könnte militärisch bald weitere Kreise ziehen. Die Türkei denkt laut über den Einsatz von Bodentruppen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Nachbarland nach - „wenn es eine Strategie gibt“. Saudi-Arabien hatte zuvor Ähnliches signalisiert. Riad betonte außerdem, Syrien könne nur eine Zukunft ohne Präsident Baschar al-Assad haben. Dessen Ablaufdatum sei quasi fix.

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