Dijsselbloem gegen Lockerung der Regeln für Banken

Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem hat Forderungen nach einer laxeren Kontrolle des Finanzsektors als Reaktion auf die jüngste Talfahrt von Bankaktien zurückgewiesen. Vielmehr stärkten gerade die strengeren Vorschriften das Vertrauen in die Branche nach der Finanzkrise, sagte er gestern im niederländischen Rundfunk. „Wir haben jetzt viel striktere Regeln dafür, wer die Rechnung zahlt, wenn Banken scheitern.“

Das bleibe nicht an den Steuerzahlern hängen, weshalb Investoren die Geldhäuser genauer unter die Lupe nähmen, so Dijsselbloem. „Das führt zu einer Korrektur an den Aktienmärkten“, erklärte der niederländische Finanzminister.

Der Bankenindex des EuroStoxx50 gab seit Jahresbeginn mehr als ein Viertel nach. Angesichts dieser Entwicklung hatte unter anderem Italiens Notenbankchef Ignazio Visco gefordert, die Mindestanforderungen für Kapitalpolster der Banken langsamer hochzuschrauben als geplant.

Dijsselbloem sagte, das sei „das Schlimmste, was man machen könnte“. Die Kapitalanforderungen müssten vielmehr weiter steigen, um das Vertrauen in die Banken zu stärken. Er warnte zudem davor, eine Krise herbeizureden. Die Institute seien viel stärker als früher, und die Prognose für die europäische Wirtschaft bleibe trotz zuletzt schlechter Nachrichten aus China und den USA verhalten positiv.