Gipfeltreffen der Visegrad-Gruppe zur Flüchtlingskrise

Bei einem Gipfeltreffen der Visegrad-Gruppe heute in Prag beraten die vier Mitgliedstaaten Ungarn, Polen, Slowakei und Tschechien über die Flüchtlingspolitik. Drei Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel wollen sie ihre Haltung absprechen.

Die Visegrad-Staaten lehnen eine Umverteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU - wie besonders von Deutschland gefordert - strikt ab. Sie plädieren dafür, die Balkan-Route abzuriegeln, auf der Flüchtlinge von Griechenland in nördlicher Richtung unterwegs sind.

Fico kritisiert „Diktat“ Deutschlands

Im Vorfeld übte der slowakische Regierungschef Robert Fico heftige Kritik an Deutschland und anderen EU-Ländern. Er warf ihnen vor, ein „Diktat“ gegen alle jene ausüben zu wollen, die ihre Ansichten zur Flüchtlingspolitik nicht teilten. Fico sagte im TV-Nachrichtensender TA3, Deutschland habe mit seiner Willkommenspolitik einen Fehler gemacht und wolle nun andere zwingen, diesen mit auszubaden.

„Die Vorstellung ist einfach: Ich lade mir Gäste ein und wenn ich merke, dass sie mich überfordern, klopfe ich an die Tür des Nachbarn und sage ihm: Kümmere dich um meine Gäste.“ Nun aber werde Deutschland nervös, weil die Visegrad-Länder nicht „folgsam“ seien.