Feuerpause in Syrien vor Inkrafttreten gefährdet

Trotz der Einigung auf eine Feuerpause in Syrien scheint ein tatsächliches Ende der Kämpfe wieder in die Ferne zu rücken.

Während der Westen Russland am Wochenende eindringlich aufforderte, die Luftangriffe auf gemäßigte Rebellen einzustellen, griff die Türkei wieder kurdische Stellungen in Nordsyrien an. Zusammen mit Saudi-Arabien prüft Ankara zudem die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien.

Obama telefoniert mit Putin

Nachdem die USA, Großbritannien und Frankreich bereits bei der Münchner Sicherheitskonferenz gefordert hatten, dass Russland seine Luftangriffe auf Rebellen einstellen solle, schaltete sich am Wochenende auch US-Präsident Barack Obama ein.

In einem Telefonat mit Russlands Staatschef Wladimir Putin sagte er nach Angaben des Weißen Hauses, dass Russland von nun an „eine konstruktive Rolle“ in Syrien spielen solle, indem die Luftangriffe auf gemäßigte Gegner des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad eingestellt werden.

Ankara droht mit Flüchtlingen

Die türkischen Angriffe mit Artilleriegeschützen in der nordsyrischen Provinz Aleppo auf kurdische Kämpfer, die von den USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) unterstützt werden, verstärkten indes die Angst vor einer weiteren Eskalation.

Nach den USA forderten auch die französische Regierung die Türken auf, ihre Angriffe „sofort“ einzustellen. Damaskus forderte ein Einschalten des UNO-Sicherheitsrats, um die türkischen Angriffe zu beenden.

Doch Ankara machte trotz der Appelle deutlich, dass die Angriffe fortgesetzt würden. Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu warnte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel in einem Telefongespräch vor einer „neuen Welle Hunderttausender Flüchtlinge“ aus Syrien aufgrund des Vormarsches kurdischer Kämpfer.